Was ist Erfolg?

Um diese Frage zu beantworten, werfen wir einen kleinen Blick in die Menschheitsgeschichte. Was war Erfolg in der Steinzeit. Erfolgreich war sicherlich der Jäger, der am meisten Fleisch für die Sippe herbeigeschafft hat. Der Fokus dieser Gesellschaft lag auf dem Überleben. Heute liegt der Fokus auf Leistung. Erfolgreich in unserer Leistungsgesellschaft ist, wer ein möglichst gutes Abitur macht, einen grandiosen Uniabschluss in der Tasche hat oder, wer viel Geld mit nach Hause bringt. Bei dieser Sichtweise bleibt kein Raum für die Bäckereifachverkäuferin, die einen guten Job macht oder den Altenpfleger, der in seiner Arbeit Erfüllung findet. In den Augen der heutigen Leistungsgesellschaft sind diese Menschen, sie sollen exemplarisch für viele andere (Berufs)gruppen stehen, nicht erfolgreich. Ist das gerecht? Nein! Was ist Erfolg dann? Erfolg ist nicht so eindimensional, wie es in den Medien oft dargestellt wird. Meine liebste Erfolgsdefinition lautet:

Erfolg ist die zunehmende Verwirklichung erstrebenswerter Ziele.

Sehen wir uns diese Erfolgsdefinition Wort für Wort an.

Das Ziel

Erfolgreich ist nur, wer auch ein festes Ziel hat. Das schließt zufällige Ereignisse aus. Ein Lottogewinn ist kein Erfolg, sondern bestenfalls ein Glücksfall. Ein Ziel kann das Erreichen einer höheren Position im Beruf sein, sich das Rauchen abzugewöhnen oder ein anderes Vorhaben. In der Literatur finden Sie zahllose Beispiele dafür, wie Sie sich Ziele setzen können und wie diese beschaffen sein sollen. Eine der bekanntesten Formeln ist in diesem Zusammenhang wohl die SMART-Formel.

Was heißt erstrebenswert?

Ein Ziel allein reicht nicht aus. Es muss auch erstrebenswert sein. Sich das Rauchen abzugewöhnen ist sicher erstrebenswert. Das Erreichen einer neuen Position auch? Für Sie selbst mag das Ziel erstrebenswert sein, aber ist es das auch für Ihren Partner und Ihre Familie? Um diese Frage zu beantworten, schauen Sie nach dem Preis. Wenn der Preis für die Erreichung des Zieles zu hoch ist, ist es dann noch erstrebenswert? Deckt sich mein Ziel mit meinen Wertvorstellungen und denen meiner Mitmenschen? Ziele, bei denen andere zu Schaden kommen oder über Gebühr benachteiligt werden, sind nicht erstrebenswert. Ziele, die Sie und Ihre Familie finanziell ruinieren, ebenfalls nicht. Das soll eine gewisse Portion Risikobereitschaft  jedoch nicht ausschließen. Erstrebenswerte Ziele stehen stets im Einklang mit Ihren Werten und Überzeugungen und bringen Ihnen und Ihren Mitmenschen einen Nutzen.

Was heißt zunehmend?

Zunehmend bedeutet, dass Sie Ihrem Ziel täglich ein kleines Stück näher kommen sollten. Es bedeutet aber auch, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen, sondern Ihren Weg zu gehen, bis das Ziel erreicht ist. Das Ziel muss also konsequent verfolgt werden. Bei großen Zielen ist es üblich, sich Zwischenziele zu setzen, um nicht so schnell frustriert zu werden. Ein gerne zitiertes Beispiel ist Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne. Er benötigte angeblich mehr als 10.000 Versuche, um die Welt zum Leuchten zu bringen.

Die Verwirklichung

Dieses Wort ist bemerkenswert. Denn bereits der Weg zum Ziel ist Teil des Erfolgs. Das Durchschreiten der Ziellinie ist dann nur die Krönung dieses Erfolgs. Sich bereits während des Weges erfolgreich zu fühlen, ist eine Geisteshaltung, die Sie dazu beflügelt, Ihr Ziel auch wirklich zu erreichen. Der Spruch  „Der Weg ist das Ziel“ ist Quatsch. Ein Ziel sollte auch tatsächlich erreicht werden. Ausnahme: Es stellt sich auf dem Weg dorthin heraus, dass das Ziel nicht mehr erstrebenswert ist. Dann setzen Sie sich ein neues Ziel. Wenn Sie als Ziel haben, Frieden auf Erden zu schaffen, so werden Sie es nicht erreichen. Sie sind von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Betrachten Sie jedoch den Weltfrieden als Ihre Vision und setzen sich beispielsweise das Ziel, ein Kinderhilfswerk aufzubauen, so ist dies ein realistisches und erreichbares Ziel. Seien Sie in Ihren Visionen unbescheiden. Je gewaltiger die Vision, desto mehr Energie können Sie für die Erreichung Ihrer Ziele mobilisieren.

Mit meiner Erfolgsdefinition ist auch die Bäckereifachverkäuferin erfolgreich, wenn es ihr Ziel war, ihr Bestes in diesem Job zu geben. Und auch der Altenpfleger darf sich erfolgreich fühlen, wenn er alten Menschen ein wenig Lebensqualität bringt.

 

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